Hintergründe von standardisierten Absagen

Sie haben Ihre Bewerbungsmappe mit allergrösster Sorgfalt erstellt und an alles Erdenkliche gedacht. Sowohl inhaltlich als auch formal ist Ihre Bewerbung mustergültig. Zudem erfüllt Ihre Kandidatur alle geforderten Qualifikationen. Und dennoch erhalten Sie auf Ihre Bewerbung eine standardisierte Absage ohne die Chance auf ein persönliches Gespräch?

Es gibt diverse mögliche Hintergründe für eine Absage die nichts mit Ihrer Person zu tun haben. Vielleicht wurde das Bewerbungsverfahren von den verantwortlichen Personalfachleuten unzureichend vorbereitet. Beispielsweise könnte das Anforderungsprofil, aufgrund mangelnder Kommunikation zwischen der Personalabteilung und der Fachabteilung oder aufgrund unklaren Vorstellungen über die erforderlichen Skills des zukünftigen Stelleninhabers, nicht korrekt ausgearbeitet worden sein. Letztlich könnte die Stellenanzeige inhaltlich zu wenig präzise oder fehlerhaft formuliert worden sein. Ein weiteres Phänomen das sich beobachten lässt ist, dass Stelleninserate nicht immer das sind, was sie scheinen. Gewisse Unternehmen nutzen diese Gelegenheit für Marketingzwecke, anstelle einer tatsächlichen Stellenbesetzung. Gemäss Ursula Thieme verraten sich solche Anzeigen oft dadurch, dass mehr vom Erfolg des Unternehmens berichtet wird, als das Informationen zu Anforderungsprofil und Stelleninhalten gegeben werden.

Möglich ist auch, dass sich just die Umstände im Unternehmen geändert haben. Zum Beispiel erhielt die Firma den Auftrag für ein sichergeglaubtes Projekt doch (noch) nicht – Die Stelle kann (im Moment) nicht besetzt werden. Ein anderer Fall – meist im Zusammenhang mit Stellen in öffentlich-rechtlichen Organisationen: Die Stelle wird zwar öffentlich ausgeschrieben, jedoch gibt es bereits intern eine Lösung für die besagte Stelle oder man wartet bis sich ein Mitarbeiter aus den eigenen Reihen bewirbt. So oder so – Sie erhalten eine Absage.

Ebenso möglich sind Absagen aufgrund der subjektiven Wahrnehmung, Stereotypen und Sympathie der Prüfenden. Ihr Dossier wurde von der Personalabteilung für die vakante Stelle als geeignet befunden und an die entsprechende Fachabteilung zur weiteren Prüfung weitergereicht. Die Fachabteilung schickt das Dossier an die Personalabteilung zurück mit dem Urteil: Absagen! Was hat die Fachabteilung trotz Ihrer einwandfreien Qualifikationen zu diesem Urteil bewogen? Möglicherweise ist Ihrem künftigen Chef die Universität an der Sie abgeschlossen haben unsympathisch, vielleicht gefiel ihm Ihr Foto nicht oder Ihr Hobby missfiel ihm. Möglicherweise wurde Ihre Bewerbung aussortiert, weil Sie zu gute Qualifikationen mitbringen und Ihr künftiger Vorgesetzter in Ihnen eine Bedrohung für seine Position wahrnimmt. Wie auch immer, den wahren Grund werden Sie wahrscheinlich nicht erfahren.

Eine saubere aussagekräftige Bewerbungsmappe ist zunächst das wichtigste Element einer erfolgreichen Stellensuche. Seien Sie sich bewusst, dass Sie auf Ihre Bewerbung eine Absage erhalten könnten, die nicht direkt an Ihren Qualifikationen oder in Ihrer Person liegt. Ausserdem kann es sein, dass sich ein weiterer Kandidat mit einer noch besseren Passung (zur Stelle, zum Team sowie zum Unternehmen) beworben hat. Deshalb lassen Sie sich durch Absagen nicht entmutigen. Wir empfehlen Ihnen Inserate kritisch zu lesen und sich adäquat zu bewerben. Bitte beachten Sie, dass es nicht einfach ist eine Absage zu einer Bewerbung – angemessen und präzise, ohne Bewerbende vor den Kopf zu stossen – zu formulieren.

Sie wollen auf Ihrem beruflichen Weg unterstützt und begleitet werden? Dann wenden Sie sich an eine auf Ihr Fachgebiet spezialisierte Personalberatung für einen Check. Oft erhalten Sie von Personalberatern ein ausführliches und ehrliches Feedback zu Ihrer Bewerbung.
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