Die Entwicklung der IT-Branche in der Schweiz

Die Entwicklung der IT-Branche in der Schweiz

90er-Jahre – die Boomphase

Unternehmen erkannten ab den 90er Jahren das riesige Potential der IT und begannen, Abteilungen für Informatiker zu schaffen. Da bislang keine IT-Ausbildung in der Schweizer Bildungslandschaft verankert war, wurde die Frage nach passenden Profilen laut. Basierend auf objektorientieren Programmiersprachen schufen Recruiter und Spezialisten testähnliche Szenarien, die zur Potentialvorhersage dienen sollten. Quereinsteiger und Querdenker gaben ihre Berufe auf und wurden Softwareingenieure. Grossunternehmen stellten Dutzende von Bewerbenden ein und schulten diese intern. Der COBOL-Entwickler war geboren. Ein IT-Einstieg konnte sich finanziell schnell auszahlen. Gute Entwicklerinnen und Entwickler verdienten zu den besten Zeiten mehr als heutzutage CEOs von KMUs.

2000er Jahre: Ups and Downs

Die 2000er Jahre waren von konjunkturbedingten Schwankungen geprägt. Interessanterweise zeigte sich die IT-Branche krisenfest und verzeichnete dank Innovationen, die heute noch den Markt beherrschen, einen erneuten Aufschwung. Man denke nur an Google, Facebook oder Apple. Zu dieser Zeit schossen auch in der Schweiz IT-Startup-Unternehmen aus der Erde. Die Schweiz war nun ein Land innovativer IT-Unternehmen und IT-Ausbildungen waren längst fester Bestandteil der Bildungslandschaft geworden.

Die etablierte IT-Branche

Durch den Aufschwung von Startup-Unternehmen und das Etablieren von IT-Ausbildungen gerieten die Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger unter Druck. Wer keine IT-Aus- oder Weiterbildungen absolviert hatte, der hatte wenig Aussicht im Schweizer Markt. Als die Grossunternehmen umstellten und IT-Abteilungen auslagerten, war es um den CHF 180k jährlich verdienenden COBOL-Entwickler ohne IT-Abschluss definitiv geschehen. Nicht wenige hatten Mühe, eine anderweitige Anstellung zu finden, da sie im Markt als zu teuer eingestuft wurden.

Entwicklung des «Informatikers» in der Schweiz

Nach dem Frankenschock und Outsourcing-Massnahmen steht auch die IT-Branche im Wandel. Viele Informatikerstellen werden an IT-Dienstleistungsunternehmen oder ins Ausland ausgelagert. Der kunden- und dienstleistungsorientierte Informatiker, der die Anforderungen des Kunden versteht, realistisch einschätzt und den Kunden berät, gerät im Schweizer Markt immer mehr in den Fokus. Dabei wurden höhere Ausbildungen an der FH- oder Universität/ETH zur zwingenden Voraussetzung. Gute Sprachkenntnisse, analytische und konzeptionelle Fähigkeiten, aber auch gute Umgangsformen wurden zu wichtigen Persönlichkeitseigenschaften. Dabei gilt die Devise: immer auf dem aktuellsten Stand bleiben.

Ausblick: Die Digitalisierungswelle

Die Digitalisierungswelle hat die Schweiz längst erreicht. Themen wie Enterprise Content Management (ECM), Dokumentenmanagementsysteme (DMS) aber auch Cloud sind in allem Munde und entsprechend werden Experten in diesen Bereichen gesucht. Die IT-Branche boomt. Im Gegensatz zu den Anfangszeiten dominieren Fachkräfte mit erstklassigen Aus- und Weiterbildungen und guten Sozialkompetenzen den IT-Markt. Die Löhne in der IT-Branche haben sich den marktüblichen Verhältnissen anderer Branchen angepasst. Nichtsdestotrotz können wir uns auf viele neue spannende Projekte und Bereiche innerhalb der IT freuen. Der Peak ist längst nicht erreicht.