Fachkräftemangel und der anstehende Generationenwechsel – Status Quo

Fachkräftemangel auf allen Ebenen spürbar

Der Fachkräftemangel ist in allen Ebenen der Informatik spürbar und das nicht nur in der Schweiz. Auch Unternehmen in unseren Nachbarländern haben Probleme, qualifiziertes Fachpersonal für ihre offenen (IT-)Stellen zu finden. In Bezug auf den globalen Standortwettbewerb ist für ein exportorientiertes Wissensland wie die Schweiz die ausreichende Verfügbarkeit von technischem Human Capital elementar[1]. Bereits heute wird ein Grossteil des Fachkräftebedarfs nur durch entsprechende Zuwanderung gedeckt. Angesichts der demografischen Entwicklung (niedrige Geburtenrate und stetig zunehmende Lebenserwartung der Menschen) kann vermutet werden, dass ein Bedarf an ausländischen Fachkräften auch zukünftig eine zentrale Rolle einnehmen wird.

Generationenwechsel

Eine weitere Herausforderung, welche auf Unternehmen zukommen wird, ist der anstehende Generationenwechsel. 2018 machte die Generation X rund ein Drittel der Schweizer Erwerbsbevölkerung aus. Zurzeit fallen rund 22% der Beschäftigten in der Generation X[2] in die IT-Branche. Was sich auf den ersten Blick nicht nach viel anhört, kann jedoch die Situation auf dem sonst schon sehr ausgetrockneten IT-Markt weiter zuspitzen.

Stark betroffene KMU

Der Bericht des SBF aus dem Jahr 2010 zeigt, dass KMU mit weniger als 250 Beschäftigten im Vergleich zu grösseren Unternehmen (>250 Mitarbeitende) überdurchschnittlich stark vom MINT-Fachkräftemangel betroffen waren. Dabei ist davon auszugehen, dass grössere Unternehmen im Vergleich zu Klein- und Mittelunternehmen (KMU) Imagevorteile ausweisen können. Und diese Prognose wird sich auch nicht so schnell ändern. Ein aktueller Bericht aus dem Jahr 2022 der Kalaidos Fachhochschule zeigt, dass Schweizer KMUs[3] insbesondere in der Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal eine deutliche Verschlechterung bei der Einschätzung zur Entwicklung ihrer wirtschaftlichen Faktoren sehen. Diese negative Entwicklung ist sehr deutlich nachfolgend in Abbildung 1 ersichtlich:

Abbildung 1:  Einschätzung zur Entwicklung von wirtschaftlichen Faktoren (KMU) in Ryf, Siegenthaler, Fasnacht, & Fichter, 2022

Attraktivität Arbeitgeber

Insbesondere KMU’s müssen sich also auch künftig als attraktive Arbeitgeber positionieren und können so mit den «Big Playern» auf dem Markt mithalten. Eine spannende und zielgerichtete Employer-Branding-Strategie könnte hierfür ein geeigneter Schlüssel sein. So kann inskünftig die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal sichergestellt werden. Auch die Veränderung der Generationen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt birgt Herausforderungen und Chancen und diese müssen gezielt genutzt werden.


[1] Quelle: Gehrig, M., Gardiol, L., & Schaerrer, M. (2010). Der MINT-Fachkräftemangel in der Schweiz. Ausmass, Prognose, konjunkturelle Abhängigkeit, Ursachen und Auswirkungen des Fachkräftemangels in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik. Bern: Büro Bass.

[2] Generation X umfasst die Jahrgänge 1965 bis 1980. In den kommenden Jahren werden die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er zunehmend pensioniert.  

[3] Die Basis für die Berechnung des NZZ-KMU-Barometers sind Daten von 415 KMUs. 

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