Zwischenzeugnis - so sichern Sie Ihre Chancen

2019 M11 21

Zwischenzeugnis - so sichern Sie Ihre Chancen

Bei unserer Beratungstätigkeit werden wir immer wieder mit der Situation konfrontiert, dass Bewerber keine aktuelle Leistungsbewertung über einen längeren Zeitraum mitbringen. Gerade wenn langjährige Mitarbeiter sich entschliessen eine neue Herausforderung zu suchen, wollen sie oft vermeiden, dass dies frühzeitig publik wird und fragen deshalb nicht nach einem Zwischenzeugnis.

Doch gibt es gewichtige Gründe für regelmässige Zwischenzeugnisse, wie zum Beispiel:

  • Sie sehen eine Wunschstelle und wollen sich spontan bewerben. Sie machen dies ohne einen aktuellen Leistungsausweis und vergessen, dass bei gleichwertigen Bewerbungen immer solche den Vorzug haben, welche am wenigsten Unsicherheiten enthalten.

  • Sie sehen ihre Traumstelle und verlangen ein Zwischenzeugnis. Dabei müssen Sie erst noch auf den Termin drängen. Ihr Arbeitgeber weiss nun, dass Sie auf Stellensuche sind. Dies kann  muss aber nicht - Nachteile für Ihre innerbetriebliche Laufbahn haben.

  • Mit Zwischenzeugnissen haben Sie Gewähr, dass ein Schlusszeugnis die vielen guten Qualifikationen aus den Mitarbeitergesprächen widerspiegelt.

  • Mit einem Zwischenzeugnis verhindern Sie, dass Sie aufgrund von geänderten Anforderungen über ihre gesamte Anstellungszeit anders bewertet werden.

  • Sie vermeiden, dass aktuelle Aspekte stärker gewichtet sind oder länger zurückliegende Leistungen keine Erwähnung finden.

  • So beugen Sie vor, dass der Vorgesetzte seine Enttäuschung über Ihre Kündigung zu stark ins Schlusszeugnis einfliessen lässt.

Achten Sie deshalb darauf, dass Sie alle 2 Jahre ein Zwischenzeugnis erhalten. Eine ideale Gelegenheit nach einem Zwischenzeugnis zu fragen, bietet das Mitarbeitergespräch. Auch seit langem ausbleibende Qualifikationsgespräche, ein Vorgesetztenwechsel, ein Funktionswechsel oder der Abschluss einer Ausbildung sind gute Argumente für ein Zwischenzeugnis. Als Arbeitnehmer haben Sie jederzeit Anspruch auf ein Zwischenzeugnis. In Bezug auf Inhalt und Umfang unterscheidet sich ein Zwischenzeugnis nur unwesentlich vom Schlusszeugnis. Ein Zwischenzeugnis bietet aber dank dem begrenzten Zeitraum deutlich mehr Möglichkeiten, einzelne Leistungen oder Projekte (z.B. Erarbeiten von guten Verkaufsunterlagen, Realisierung einer innovativen Idee, besonders erfolgreiche Betreuung von Kunde A) speziell zu erwähnen. Sorgen Sie also dafür, dass auch solche Erfolge im Zwischenzeugnis Erwähnung finden. Sie verfügen so über einen deutlich detaillierteren Leistungsausweis über die Gesamtheit Ihrer Anstellung als nur mit einem Schlusszeugnis und schaffen sich damit einen Wettbewerbsvorteil bei der Stellensuche.