Erfolgreiche Stellenbesetzungen in der Informatik

2019 M11 20

Erfolgreiche Stellenbesetzungen in der Informatik

 

Scheitert die Einführung neuer Mitarbeitender im Bereich Informatik, liegt das Problem erfahrungsgemäss häufig beim Arbeitgeber. Der seit Jahren besorgniserregend ausgetrocknete Bewerbermarkt führt dazu, dass die Ausbildungen und Erfahrungen (Leistungsprofile) der wenigen Bewerberinnen und Bewerber so nterpretiert“ werden, dass sie auf die dringend zu besetzenden Positionen passen.

Oft ist die Erwartung da, dass ein unerfahrener Bewerber sich durch Zauberhand und Willen innert kürzester Zeit in den dringend benötigten Senior verwandelt. Oder einer Bewerberin wird eine anspruchsvolle Projektleitung übertragen in der Hoffnung, dass es dann schon gut geht. Aber auch der andere Fall tritt auf: Einem Bewerber, einer Bewerberin wird eine Aufgabe schön geredet, die ihn/sie letztlich nicht genügend fordert und damit nicht befriedigt.

Eine baldige Kündigung ist somit in beiden Fällen wahrscheinlich. Wegen Arbeitsüberlastung fehlt oft die Zeit, Bewerberinnen und Bewerber mit der nötigen Aufmerksamkeit und dem erforderlichen Zeitaufwand seriös und sorgfältig auszuwählen. Zentral ist aber, dass beide Seiten im Rekrutierungsprozess eine reale Vorstellung davon gewinnen müssen, was mit dem Vertragsabschluss auf sie zukommt.

Rechnet man die durchschnittlichen Kosten hoch, die eine nicht erfolgreiche Stellenbesetzung verursacht (in der Personalbranche wird von einem Jahreslohn ausgegangen), so wird klar, dass ein Personalproblem umso gründlicher angegangen werden muss, je drängender es erscheint. Hier können HR-Verantwortliche und/oderPersonalberatungen gute  Dienste leisten, indem sie den Rekrutierungsprozess kritisch begleiten und durch ihre fachlichen Kompetenzen unterstützen. Technische Assessments können den Entscheidungsprozess zusätzlich objektivieren, ersetzen aber auf keinen Fall das offene und direkte Gespräch mit den Bewerbenden.

Unternehmen sollten auch nicht zögern, Schnuppertage anzubieten, um den Bewerbenden einen vertieften Einblick ins Team, die Firmenkultur und die Aufgabe zu gewähren.

Gleichzeitig bietet dieser Anlass der Firma ein weiteres Selektionsinstrument. Beide Seiten profitieren also von dieser Massnahme und sind damit eher befähigt, eine fundierte Entscheidung darüber zu treffen, ob eine Zusammenarbeit zumindest mittelfristig wünschbar ist. Ist die Antwort nach einem Schnuppertag ein herzhaftes Ja von beiden Seiten, steht einer erfolgreichen gemeinsamen Zukunft nichts mehr im Wege.