Der Rekrutierungsprozess in der IT-Branche und seine Wichtigkeit

19. Mai 2022

Der Rekrutierungsprozess beginnt bereits, bevor die erste Jobausschreibung publiziert wird. In der Regel wird er aufgenommen mit dem Entscheid, eine neue Stelle zu schaffen oder mit einer Kündigung, was eine Ersatzsuche einleitet.

Als erstes wird ein Stellenprofil von der personalverantwortlichen Person zusammen mit dem Linienmanagement erstellt (falls noch nicht vorhanden). Dieses dient als Grundlage für alle Ausschreibungen und den Arbeitsvertrag.

Danach wird mit Hilfe dieses Stellenprofils eine erste Jobausschreibung entworfen und auf verschiedenen internen und externen Kanälen publiziert.

Die daraus generierten Bewerbungen werden in einem nächsten Schritt genau geprüft und entsprechend ihrer Passung für die Position verschiedenen Kategorien zugeordnet.

Den weniger geeigneten Kandidat:innen wird abgesagt, mit den anderen wird ein erster Gesprächstermin (online oder vor Ort) vereinbart.

Die überzeugenden Kandidat:innen werden anschliessend zu einem längeren Interview (meist vor Ort) eingeladen, um ihre Fachkompetenzen zu prüfen und weitere Teammitglieder kennenzulernen. Vereinzelt wird dies auch in einem Schnuppertag oder 3. Interview gemacht.

HR-Verantwortliche, sowie Linienmanager:in unterbreiten bei Interesse dem/der Kandidat:in ein Angebot.

So einfach wie dies klingt ist es leider in der Realität meistens nicht. Es gibt verschiedene Punkte, welche während des Rekrutierungsprozesses im IT-Umfeld unbedingt beachtet werden sollten.

Genaue Durchsicht der Unterlagen
«Der Teufel liegt im Detail», wie man so schön sagt. Einerseits werden bei zu schnellem Screening Problempunkte (z. B. in einem Arbeitszeugnis) leicht übersehen und damit wird kostbare Zeit verschwendet. Zum anderen kann sich eine auf den ersten Blick nicht so interessante Bewerbung aufgrund eines z. B. unübersichtlichen oder unattraktiven Lebenslaufes bei genauerem Hinsehen als sehr guter Fit entpuppen.

Kommunikation mit den Bewerber:innen
Eine transparente Kommunikation mit den Kandidat:innen ist enorm wichtig. Für die Bewerber:innen ist es sehr hilfreich zu wissen, wie viele weitere Personen noch im Prozess sind und bis wann spätestens eine Rückmeldung zu erwarten ist. Dies hilft, seine/ihre Chancen besser einschätzen zu können und somit eine unangenehme Kandidatenerfahrung zu vermeiden, was man als Unternehmen vermeiden sollte – Stichwort Employer Branding. Erfahrungsgemäss sind auch die Bewerber:innen dem Unternehmen gegenüber transparenter, wenn die Kommunikation von dieser Seite aus offen ist.

Die Schnelligkeit des Rekrutierungsprozesses
Einer der wichtigsten Punkte für Unternehmen ist, sich für den Prozess nicht zu viel Zeit zu lassen. Der IT-Markt ist ein ausgesprochener Arbeitnehmermarkt und qualifizierte Bewerber:innen sind äusserst rar. Qualifizierte Kandidat:innen werden bei verschiedenen Firmen gleichzeitig im Gespräch sein und verabschieden sich erfahrungsgemäss schnell wieder aus dem Markt. Deshalb ist es essentiell, Bewerber:innen rasch zu kontaktieren und einen Interviewtermin zu vereinbaren. Ein Erstgespräch in zwei Wochen kann in vielen Fällen bereits zu spät sein.


Eine einheitliche Lösung für den Rekrutierungsprozess in der IT-Branche gibt es nicht. Jedoch helfen die erwähnten Punkte dabei, qualifizierte Bewerber:innen nicht zu verlieren.